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Ertrag & Kosten

Die Möblierung: was sie im Monat frisst und wann sie zurück ist — Lage für Lage

Kein Ertragsrechner zieht die Möblierung ab, unserer auch nicht. Rechnet man sie hinein, ist sie in Stadt und am See in knapp zwei Jahren zurück, im Umland erst nach Jahren.

· · 8 Min. Lesezeit

Von Victoria Pfeifer

Gründerin und CEO von alphakey. Seit über fünf Jahren in der Kurzzeitvermietung in Zürich.

Inhalt

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Möblierung für CHF 15’000 ist bei drei Zimmern in den Kreisen 3 bis 12 nach rund 20 Monaten zurückverdient, bei vier Zimmern nach 16.
  • Die Steuerverwaltung setzt für Mobiliar 25 Prozent degressiv an, vom Anschaffungswert 12.5 Prozent linear — acht Jahre, bei CHF 15’000 rund CHF 156 im Monat.
  • Rechnet man das hinein, bleibt in den Kreisen 3 bis 12 statt CHF 1’080 Vorsprung noch CHF 920; im Umland statt CHF 340 noch CHF 190.
  • CHF 15’000 ist eine Rechengrösse, keine Messung. Im Umland dauert es bis zur Amortisation mehrere Jahre.

Auf einen Blick

Eine Möblierung für CHF 15’000 ist bei einer 3-Zimmer-Wohnung in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 nach rund 20 Monaten zurückverdient, bei einer 4-Zimmer-Wohnung nach 16. Am Zürichsee geht es etwas schneller, weil der Vorsprung dort am grössten ist. Im Umland dauert es fast fünf Jahre — dort liegt der laufende Ertrag nur knapp über der Dauermiete.

Gemessen wird gegen die Dauermiete: Was die Kurzzeitvermietung Monat für Monat mehr einbringt, zahlt die Einrichtung ab. Das erste Jahr ist mitgerechnet, in dem ein neues Inserat die Marktauslastung noch nicht erreicht.

Monate, bis eine Möblierung für CHF 15’000 zurückverdient ist — Vollservice, gegen Dauermiete gerechnet
Lage2 Zimmer3 Zimmer4 Zimmer
Zürich Zentrum25 Monate20 Monate16 Monate
Zürich, übrige Kreise25 Monate20 Monate16 Monate
Zürichsee22 Monate18 Monate15 Monate
Umland von Zürich80 Monate55 Monate43 Monate
Gerechnet mit denselben Werten wie der Rechner auf dieser Seite: gepflegte Ausstattung, Vollservice zu 25 Prozent, nach Plattformgebühr, Provision und Reinigung, gegen die Neubezugsmiete abzüglich fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Das erste Jahr ist mit der Anlaufkurve und dem Einführungssatz von 20 Prozent für die ersten sechs Monate gerechnet. Im Umland ist der monatliche Vorsprung klein — bei zwei Zimmern rund CHF 230 —, deshalb dauert es dort mehrere Jahre.

Was unser Rechner nicht abzieht

Unser Ertragsrechner zeigt das Betriebsergebnis: Umsatz minus Plattformgebühr, Provision und Reinigung. Die Möblierung steht dort nicht — und in keinem anderen Rechner, den wir kennen, ebenso wenig. Das hat einen Grund: Ein Rechner kennt Ihr Budget nicht, und die meisten Wohnungen sind bereits teilweise eingerichtet.

Sichtbar wird der Posten trotzdem, sobald man ihn über die Nutzungsdauer verteilt. Die Eidgenössische Steuerverwaltung setzt für Mobiliar und Einrichtungen 25 Prozent degressiv an, bei Abschreibung vom Anschaffungswert die Hälfte davon — 12.5 Prozent linear, also acht Jahre. Bei CHF 15’000 sind das CHF 156 im Monat.

Das ist der Betrag, um den das Ergebnis im Rechner zu gut aussieht. Bei einer 3-Zimmer-Wohnung in den Kreisen 3 bis 12 bleiben statt CHF 1’080 Vorsprung noch CHF 920. Im Umland schrumpft er von CHF 340 auf CHF 190.

Beide Tabellen zeigen dieselbe Tatsache aus zwei Blickwinkeln, nicht zwei verschiedene Kosten. Entweder man betrachtet die Einrichtung als Anfangsinvestition, die aus dem Überschuss zurückkommt — das ist die erste Tabelle. Oder man verteilt sie über acht Jahre und liest das monatliche Ergebnis — das ist diese. Beides zugleich abzuziehen wäre doppelt gezählt.

Monatlicher Vorsprung gegenüber der Dauermiete, vor und nach Abschreibung der Möblierung — 3-Zimmer-Wohnung, Vollservice
LageKurzzeit nettoDauermiete nettoVorsprungnach Abschreibung
Zürich ZentrumCHF 3’850CHF 2’680CHF 1’170CHF 1’010
Zürich, übrige KreiseCHF 3’060CHF 1’990CHF 1’080CHF 920
ZürichseeCHF 3’310CHF 2’080CHF 1’230CHF 1’070
Umland von ZürichCHF 2’030CHF 1’690CHF 340CHF 190
Abschreibung CHF 156 im Monat: CHF 15’000 über acht Jahre, nach dem linearen Satz von 12.5 Prozent für Mobiliar und Einrichtungen aus dem Merkblatt A/1995 der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Ob dieser Satz in Ihrem Fall auch steuerlich anwendbar ist, hängt daran, ob die Vermietung als Geschäftsbetrieb gilt — hier dient er als betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer, nicht als Steueraussage. Eingespielter Betrieb, ohne Anlaufjahr.

Warum hier CHF 15’000 steht und keine erhobene Zahl

Eine Erhebung darüber, was das Einrichten einer Zürcher Wohnung für die Kurzzeitvermietung kostet, gibt es nicht — weder amtlich noch von einem Verband. CHF 15’000 ist eine Rechengrösse, damit die Tabellen einen Bezugspunkt haben, und keine Messung.

Sinnvoller als ein Durchschnitt ist ohnehin Ihre eigene Zahl, denn die Spanne ist gross und hängt an drei Dingen: Wie viel steht schon in der Wohnung, wie gross ist sie, und wie hoch zielt das Inserat. Die Tabelle unten übersetzt Budgets in Monate, damit Sie Ihren Betrag einsetzen können.

Was sich dabei zeigt: Die Amortisationsdauer steigt fast im Gleichschritt mit dem Budget, weil der monatliche Vorsprung gleich bleibt. Wer CHF 25’000 statt CHF 8’000 ausgibt, wartet in den Kreisen 3 bis 12 nicht 13, sondern 29 Monate — es sei denn, die bessere Ausstattung hebt den Nachtpreis. Genau das ist die Frage, die vor dem Kauf zu beantworten ist, und sie ist im Beitrag zur Erstausstattung ausgeführt: Betten, Textilien und Küche heben den Preis, Designermöbel nicht.

Monate bis zurückverdient je Budget — 3-Zimmer-Wohnung, Vollservice
BudgetAbschreibung im MonatZürich ZentrumZürich, übrige KreiseZürichsee
CHF 8’000CHF 8314 Monate13 Monate12 Monate
CHF 10’000CHF 10415 Monate15 Monate14 Monate
CHF 15’000CHF 15620 Monate20 Monate18 Monate
CHF 20’000CHF 20824 Monate25 Monate22 Monate
CHF 25’000CHF 26028 Monate29 Monate26 Monate
Das Umland fehlt in dieser Tabelle, weil es aus der Reihe fällt: Bei drei Zimmern dauert es dort je nach Budget 35 bis 84 Monate. Abschreibung über acht Jahre. Die Monate sind mit Anlaufjahr gerechnet, deshalb steigen sie leicht überproportional.

Ihre Zahlen statt unserer Beispiele

Der Rechner nimmt Zimmerzahl, Quartier und Ausstattung und zeigt Ihnen eine Spanne — mit dem Rechenweg daneben, nicht als eine Zahl, die Sie glauben müssen.

Ertrag einschätzen

Wann diese Rechnung die falsche ist

In drei Fällen ist die Frage nach der Amortisation gegenstandslos, und dann sagen diese Tabellen nichts über Ihren Fall aus.

  • Die Wohnung ist bereits eingerichtet. Dann ist das Geld ausgegeben und für die Entscheidung ohne Bedeutung — es zählt nur, was fehlt. Was zwingend dazukommt, sind meist Textilien in dreifacher Ausführung, Verdunkelung und ein elektronisches Schloss.
  • Die Dauermiete ist keine Möglichkeit. Wenn Sie die Wohnung zwischendurch selbst brauchen oder in absehbarer Zeit verkaufen wollen, vergleichen die Tabellen mit einer Alternative, die es für Sie nicht gibt. Die Möblierung ist dann der Eintrittspreis und nicht eine Investition gegen etwas anderes.
  • Die Kurzzeitvermietung ist in Ihrer Zone nicht zulässig. Dann erübrigt sich die ganze Rechnung. In der Stadt Zürich ist nach dem Bundesgerichtsurteil vom 30. April 2026 entscheidend, ob in der Wohnung noch jemand wohnt; verbindlich Auskunft gibt die Bauverwaltung Ihrer Gemeinde.

Was daraus folgt

Die Möblierung entscheidet nicht darüber, ob sich Kurzzeitvermietung lohnt — das entscheidet die Lage. Sie entscheidet darüber, wie lange es dauert, bis sie sich lohnt, und in den Grenzfällen kippt sie das Ergebnis.

  • In der Stadt Zürich und am Zürichsee ist die Möblierung eine Anfangsinvestition mit überschaubarer Frist — rund eineinhalb bis zwei Jahre bei CHF 15’000, und danach bleibt der Vorsprung.
  • Bei kleinen Wohnungen im Umland ist die Frist lang. Eine 2-Zimmer-Wohnung dort bringt rund CHF 230 im Monat mehr als die Dauermiete; bei CHF 15’000 sind das fast sieben Jahre.
  • Im Umland entscheidet das Budget. Wer günstig einrichtet oder schon Möbel hat, kommt in drei bis vier Jahren zurück; wer neu und teuer einrichtet, wartet sechs Jahre und länger.
  • Wenn Sie einen Betrag im Kopf haben, setzen Sie ihn in die dritte Tabelle ein. Und rechnen Sie Ihren Fall im Rechner durch — er nimmt dieselben Zahlen wie dieser Beitrag, nur mit Ihrer Grösse, Lage und Ausstattung.

Häufige Fragen

Bei CHF 15’000 und einer 3-Zimmer-Wohnung nach rund 20 Monaten, in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 ebenso wie im Zentrum — gerechnet aus dem Vorsprung gegenüber der Dauermiete, mit dem Anlaufjahr. Bei vier Zimmern sind es 16 Monate. Am Zürichsee sind es bei drei Zimmern 18 Monate, im Umland 55.

Acht Jahre. Das Merkblatt A/1995 der Eidgenössischen Steuerverwaltung nennt für Mobiliar und Einrichtungen 25 Prozent degressiv; bei Abschreibung vom Anschaffungswert gilt die Hälfte, also 12.5 Prozent linear. Bei CHF 15’000 sind das CHF 156 im Monat. Ob Sie das steuerlich geltend machen können, hängt daran, ob Ihre Vermietung als Geschäftsbetrieb gilt — das klärt Ihre Steuerberatung.

Nein. Er zeigt das Betriebsergebnis — Umsatz abzüglich Plattformgebühr, Provision und Reinigung. Die Einrichtung steht nicht darin, weil er Ihr Budget nicht kennt und die meisten Wohnungen bereits teilweise möbliert sind. Wer den Posten mitrechnen will, zieht die Abschreibung vom Ergebnis ab: bei CHF 15’000 über acht Jahre sind das CHF 156 im Monat.

Nur bis zu einer Grenze, und sie liegt tiefer als die meisten annehmen. Ein hochwertig ausgestattetes Objekt erzielt in unserer Rechnung 18 Prozent mehr Nachtpreis als ein gepflegtes — das ist real, aber es kommt aus Bett, Bad, Küche, Aussicht und Fotos, nicht aus dem Preis der Möbel. Ein höheres Budget verlängert die Amortisationsdauer fast im gleichen Verhältnis, wenn der Nachtpreis gleich bleibt: aus 13 Monaten bei CHF 8’000 werden 29 bei CHF 25’000.

In der Stadt und am See ja, im Umland nur mit knappem Budget. Die leere Wohnung ist der Fall, in dem die Möblierung voll zu Buche schlägt — und in dem sie zusammen mit dem Anlaufjahr des ersten Inserats anfällt. In den Kreisen 3 bis 12 sind beide zusammen nach knapp zwei Jahren aufgeholt. Im Umland dauert es fast fünf Jahre; wer die Wohnung kürzer halten will, fährt dort mit der Dauermiete besser.

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