Inhalt
- Auf einen Blick
- Warum der Vorsprung mit der Wohnungsgrösse wächst
- Was in keiner dieser Zahlen steht
- Wann die Dauermiete gewinnt
- Wie diese Zahlen entstehen
- Weiterführend
- Rechnet sich Airbnb in der Stadt noch - und im Umland?
- Warum ist der Vorsprung kleiner als «zwei bis drei Mal die Miete»?
- Gilt die Rechnung auch im ersten Betriebsjahr?
Das Wichtigste in Kürze
- In den Kreisen 3 bis 12 bleiben bei Kurzzeitvermietung rund CHF 3’060 im Monat, bei Dauermiete CHF 1’990 — 54 Prozent Unterschied.
- Im Zentrum sind es 44 Prozent, am Zürichsee 59; im Umland ist der Vorsprung mit 20 Prozent am kleinsten.
- Der Vorsprung wächst mit der Grösse: beim Studio 48 Prozent, bei viereinhalb Zimmern 61.
- Fünf Dinge wirken stärker als der Vorsprung in Franken — und vier davon sprechen für die Dauermiete.
Auf einen Blick
Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung im Vollservice bleiben in den Zürcher Kreisen 3 bis 7 und 9 bis 12 rund CHF 3’060 im Monat übrig, bei Dauermiete CHF 1’990 — ein Unterschied von 54 Prozent. Im Zentrum sind es CHF 3’850 gegen CHF 2’680, also 44 Prozent. Am Zürichsee liegt der Vorsprung bei 59 Prozent: Die Seelage trägt einen höheren Nachtpreis, die Dauermiete liegt aber nur wenig über der Stadt. Im Umland ist er mit 20 Prozent am kleinsten.
Alle Beträge sind netto. Bei der Kurzzeitvermietung nach Plattformgebühr, nach unserer Provision und nach Reinigung; bei der Dauermiete nach fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Das ist wichtig, weil die meisten Vergleiche, die man findet, den Bruttoumsatz der einen Seite gegen die Nettomiete der anderen stellen — und damit einen Vorsprung zeigen, den es so nicht gibt.
Der zweite Teil dieses Beitrags ist der wichtigere: Was in diesen Zahlen nicht steht, entscheidet häufiger über die Wahl als die Zahlen selbst.
| Lage | Kurzzeitvermietung | Dauermiete | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Zürich Kreis 1, 2 und 8 — Altstadt, Enge, Seefeld | CHF 3’850 | CHF 2’680 | +44 % |
| Zürich Kreis 3 bis 7 und 9 bis 12 — Wiedikon, West, Oerlikon | CHF 3’060 | CHF 1’990 | +54 % |
| Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil und weitere Seegemeinden | CHF 3’310 | CHF 2’080 | +59 % |
| Limmattal, Säuliamt, Glattal und weiteres Umland | CHF 2’030 | CHF 1’690 | +20 % |
Warum der Vorsprung mit der Wohnungsgrösse wächst
In denselben Kreisen 3 bis 12 liegt der Vorsprung bei einem Studio bei 48 Prozent und bei viereinhalb Zimmern bei 61. Der Grund ist die Reinigung.
Sie fällt je Aufenthalt an, nicht je Quadratmeter. Ein Studio wechselt gleich oft die Gäste wie eine Vierzimmerwohnung — bei drei Nächten mittlerer Aufenthaltsdauer rund sieben Mal im Monat — verdient dabei aber deutlich weniger je Nacht. Der gleiche Fixposten frisst vom kleineren Umsatz einen grösseren Anteil.
Daraus folgt eine Faustregel, die dem Bauchgefühl widerspricht: Kurzzeitvermietung lohnt sich bei kleinen Wohnungen am wenigsten, obwohl gerade dort die Nachfrage am höchsten ist.
| Grösse | Kurzzeitvermietung | Dauermiete | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Studio oder 1 Zimmer | CHF 1’900 | CHF 1’280 | +48 % |
| 3 Zimmer | CHF 3’060 | CHF 1’990 | +54 % |
| 4.5 Zimmer oder mehr | CHF 4’290 | CHF 2’660 | +61 % |
Was in keiner dieser Zahlen steht
Ein Frankenbetrag lässt sich vergleichen, eine Entscheidung nicht. Fünf Dinge wirken stärker als der Vorsprung in Franken, und vier davon sprechen für die Dauermiete.
- Die Zulässigkeit. Eine Wohnung, die nicht kurzzeitvermietet werden darf, hat keinen Kurzzeitertrag — dann ist die ganze linke Spalte gegenstandslos. Nach dem Bundesgerichtsurteil vom 30. April 2026 ist in der Stadt Zürich entscheidend, ob in der Wohnung noch jemand wohnt. Das ist vor allem anderen zu klären.
- Das Kapital vor der ersten Buchung. Kurzzeitvermietung setzt eine vollständig eingerichtete Wohnung voraus, Textilien in dreifacher Ausführung eingeschlossen. Dieses Geld ist gebunden, bevor der erste Franken hereinkommt.
- Die Schwankung. Juli und Januar liegen in Zürich bei 56 gegen 38 Prozent Auslastung. Der Monatsdurchschnitt oben ist ein Durchschnitt; wer eine Hypothek bedient, sollte mit dem Januar rechnen.
- Der Aufwand — aber nur bei Selbstverwaltung. Allein die Gästeanfragen summieren sich auf rund 180 Stunden im Jahr. Im Vollservice entfällt das; das ist der Grund, warum die Provision in der Rechnung oben bereits abgezogen ist.
- Und für die Kurzzeitvermietung: Der Preis bleibt am Markt. In Zürich liegen Bestandsmieten rund 30 Prozent unter den Neubezugsmieten. Wer heute zu CHF 2’090 dauervermietet, hat in zehn Jahren nicht die dann marktübliche Miete — Erhöhungen sind an Referenzzinssatz und Kostenmiete gebunden. Ein Nachtpreis lässt sich jede Woche anpassen.
Ihre Zahlen statt unserer Beispiele
Der Rechner nimmt Zimmerzahl, Quartier und Ausstattung und zeigt Ihnen eine Spanne — mit dem Rechenweg daneben, nicht als eine Zahl, die Sie glauben müssen.
Ertrag einschätzenWann die Dauermiete gewinnt
Wir schreiben das hin, weil es der Rechnung entspricht und weil ein Vergleich, der immer zum eigenen Angebot führt, keiner ist.
- Im Umland. Dort ist der Vorsprung der Kurzzeitvermietung mit 20 Prozent am kleinsten, und im ersten Jahr liegen beide Wege gleichauf — die Dauermiete bei deutlich weniger Aufwand und ohne Zonenrisiko.
- Bei kleinen Wohnungen mit hoher Miete. Wenn die Reinigung je Aufenthalt in Bezug zum Nachtpreis gross wird, bleibt vom Vorsprung wenig.
- In Zonen mit Wohnanteilpflicht, solange die Zulässigkeit nicht geklärt ist. Ein Ertrag, der wegfallen kann, ist keine Grundlage für einen Kaufpreis.
- Wenn planbare Einnahmen wichtiger sind als der Betrag. Dieselbe Zahl in jedem Monat ist gegenüber einer Bank ein Argument, ein Jahresdurchschnitt nicht.
- Wenn das Kapital für die Einrichtung anderswo gebraucht wird.
Wie diese Zahlen entstehen
Damit Sie es nachrechnen können. Der Bruttoumsatz ist Nächtigungspreis mal belegte Nächte, die belegten Nächte sind 30.4 mal Auslastung. Dazu kommt die Reinigungsgebühr, die dem Gast verrechnet wird. Sie ist höher als die Pauschale, die wir Ihnen belasten, und zwar genau um die Plattformgebühr: Airbnb nimmt 15.5 Prozent auch von der Reinigung, also wird die Gebühr rückwärts gerechnet — Pauschale geteilt durch 0.845. Bei drei Zimmern zahlt der Gast CHF 189.35, bei uns kommen die 160 an, die Sie belastet werden. Von der Gesamtsumme zieht die Plattform 15.5 Prozent ab. Unsere Provision fällt nur auf den Übernachtungsumsatz nach Plattformgebühr an, nicht auf die Reinigung. Was bleibt, entspricht genau der reinen Übernachtungsrechnung — die Reinigung kostet Sie nichts.
Die Reinigung steht damit auf beiden Seiten der Rechnung: einmal als Einnahme vom Gast, einmal als Ausgabe an den Dienst. Wer nur die Kosten abzieht und die Gebühr vergisst, kommt auf eine Zahl, die um den ganzen Reinigungsbetrag zu tief liegt. Das ist der häufigste Fehler in Ertragsrechnungen, die uns Eigentümer zeigen.
Auf der anderen Seite steht die Neubezugsmiete der amtlichen Mietpreiserhebung, mal einem Lagefaktor aus derselben Erhebung, minus fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Kein Leerstandsabzug: Die Leerwohnungsziffer der Stadt Zürich lag am 1. Juni 2025 bei 0.10 Prozent.
Was Annahme ist und nicht Erhebung: die mittlere Aufenthaltsdauer von drei Nächten und die Reinigungspauschale von CHF 160 für eine 3-Zimmer-Wohnung. Für beides kennen wir keine Zürcher Erhebung. Alles andere hat eine Quelle, und sie steht unten.
Weiterführend
Vertiefung und nächster Schritt:
Rechnet sich Airbnb in der Stadt noch - und im Umland?
In der Stadt und am See deutlich, im Umland knapp. Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung im Vollservice liegt der Vorsprung in den Kreisen 3 bis 12 bei 54 Prozent (rund CHF 3'060 gegen CHF 1'990), im Zentrum bei 44, am Zürichsee bei 59 und im Umland bei 20 Prozent. Entscheidender als die Prozentzahl: ob dauerhafte Kurzzeit in der Zone zulässig ist. Für Eigentümer und Mieter mit Vermieterlaubnis gilt dieselbe Netto-Logik.
Warum ist der Vorsprung kleiner als «zwei bis drei Mal die Miete»?
Weil hier beide Seiten netto stehen. Der Branchenfaktor «zwei bis drei Mal die Dauermiete» vergleicht oft Bruttoumsatz mit Nettomiete - vor Plattformgebühr, Provision und Reinigung. Nach diesen Abzügen bleibt in Zürich ein Vorsprung von 20 bis 60 Prozent, je nach Lage. Für den Faktor zwei bis drei haben wir für Zürich keinen Beleg gefunden. Eigentümer und Mieter mit Vermieterlaubnis vergleichen deshalb immer Netto gegen Netto.
Gilt die Rechnung auch im ersten Betriebsjahr?
Nein. Ein neues Inserat erreicht die Marktauslastung nicht sofort; über das erste Jahr liegt der Umsatz nach unserer Annahme bei rund 82 Prozent des eingespielten Betriebs. Die Dauermiete beginnt ab Monat eins voll. Im ersten Jahr ist der Vorsprung deshalb kleiner: Kreise 3 bis 12 plus 30 Prozent, Zentrum plus 21, See plus 34, im Umland liegen beide gleichauf. Der volle Vorsprung entsteht ab Jahr zwei.
Häufige Fragen
In der Stadt und am See deutlich, im Umland knapp. Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung im Vollservice liegt der Vorsprung in den Kreisen 3 bis 12 bei 54 Prozent, im Zentrum bei 44, am Zürichsee bei 59 und im Umland bei 20 Prozent. Entscheidender als die Prozentzahl ist aber, ob die Wohnung in ihrer Zone überhaupt dauerhaft kurzzeitvermietet werden darf.
Weil hier beide Seiten netto stehen. Der Branchenfaktor «zwei bis drei Mal die Dauermiete» vergleicht in der Regel den Bruttoumsatz der Kurzzeitvermietung mit der Nettomiete — vor Plattformgebühr, vor Provision, vor Reinigung. Zieht man diese drei Posten ab, bleibt in Zürich ein Vorsprung von 20 bis 60 Prozent, je nach Lage. Für den Faktor zwei bis drei haben wir für Zürich keinen Beleg gefunden.
Nein, und der Unterschied ist spürbar. Ein neues Inserat erreicht die Marktauslastung nicht sofort; über das erste Jahr gerechnet liegt der Umsatz nach unserer Annahme bei rund 82 Prozent des eingespielten Betriebs. Die Dauermiete beginnt dagegen im ersten Monat mit dem vollen Betrag. Im ersten Jahr ist der Vorsprung deshalb kleiner — in den Kreisen 3 bis 12 plus 30 Prozent, im Zentrum plus 21, am Zürichsee plus 34, und im Umland liegen beide gleichauf. Der volle Vorsprung entsteht ab dem zweiten Jahr; wer nur zwölf Monate rechnet, unterschätzt die Kurzzeitvermietung.
Die Provision von 25 Prozent entfällt, der Ertrag steigt entsprechend — und dafür kommen rund 180 Stunden im Jahr allein für Gästeanfragen dazu, plus Reinigungskoordination und Preisanpassung. Ob das ein guter Tausch ist, hängt daran, was Ihre Zeit sonst wert ist und ob Sie in der Nähe wohnen.
Ja. Der Rechner auf dieser Seite nimmt Lage, Grösse, Ausstattung und Paket und zeigt beide Wege nebeneinander, mit allen Zwischenschritten. Er rechnet mit denselben Werten wie dieser Beitrag. Wer lieber fragt: Quartier, Zimmerzahl und Fläche genügen uns für eine Ersteinschätzung.
Und für Ihr Objekt?
Quellen
Stand der Recherche: 10. August 2026. Amtliche Regelungen ändern sich — prüfen Sie den aktuellen Stand bei der zuständigen Stelle.
- AirDNA MarketMinder: Zürich — Auslastung und Nächtigungspreise
- AirROI: Zürich Market Report (Juli 2025 – Juni 2026)
- Statistik Stadt Zürich: Mietpreiserhebung April 2024 (Datensatz BAU516OD5161)
- Kanton Zürich: Wohnungsmieten (BFS-Strukturerhebung 2022–2024)
- Stadt Zürich: Bundesgericht bestätigt Regelung zu Zweitwohnungen (Juni 2026)




