Inhalt
Kurz gefasst
- In den Kreisen 3 bis 12 bleiben bei Kurzzeitvermietung rund CHF 2’310 im Monat, bei Dauermiete CHF 1’990 — 17 Prozent Unterschied.
- Im Zentrum sind es 11 Prozent, am Zürichsee 4; im Umland liegt die Dauermiete 11 Prozent vorn.
- Der Vorsprung wächst mit der Grösse: beim Studio 12 Prozent, bei viereinhalb Zimmern 22.
- Fünf Dinge wirken stärker als die 17 Prozent — und vier davon sprechen für die Dauermiete.
Die kurze Antwort
Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung im Vollservice bleiben in den Zürcher Kreisen 3 bis 7 und 9 bis 12 rund CHF 2’310 im Monat übrig, bei Dauermiete CHF 1’990 — ein Unterschied von 17 Prozent. Im Zentrum sind es CHF 2’970 gegen CHF 2’680, also 11 Prozent. Am Zürichsee schrumpft der Vorsprung auf 4 Prozent. Im Umland dreht er sich um: Dort liegt die Dauermiete 11 Prozent über der Kurzzeitvermietung.
Alle Beträge sind netto. Bei der Kurzzeitvermietung nach Plattformgebühr, nach unserer Provision und nach Reinigung; bei der Dauermiete nach fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Das ist wichtig, weil die meisten Vergleiche, die man findet, den Bruttoumsatz der einen Seite gegen die Nettomiete der anderen stellen — und damit einen Vorsprung zeigen, den es so nicht gibt.
Der zweite Teil dieses Beitrags ist der wichtigere: Was in diesen Zahlen nicht steht, entscheidet häufiger über die Wahl als die Zahlen selbst.
| Lage | Kurzzeitvermietung | Dauermiete | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Zürich Kreis 1, 2 und 8 — Altstadt, Enge, Seefeld | CHF 3’210 | CHF 2’680 | +20 % |
| Zürich Kreis 3 bis 7 und 9 bis 12 — Wiedikon, West, Oerlikon | CHF 2’540 | CHF 1’990 | +28 % |
| Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil und weitere Seegemeinden | CHF 2’380 | CHF 2’080 | +14 % |
| Limmattal, Säuliamt, Glattal und weiteres Umland | CHF 1’680 | CHF 1’690 | 0 % |
Warum der Vorsprung mit der Wohnungsgrösse wächst
In denselben Kreisen 3 bis 12 liegt der Vorsprung bei einem Studio bei 12 Prozent und bei viereinhalb Zimmern bei 22. Das ist kein Nebeneffekt, sondern die Reinigung.
Sie fällt je Aufenthalt an, nicht je Quadratmeter. Ein Studio wechselt gleich oft die Gäste wie eine Vierzimmerwohnung — bei drei Nächten mittlerer Aufenthaltsdauer rund sechseinhalb Mal im Monat — verdient dabei aber deutlich weniger je Nacht. Der gleiche Fixposten frisst vom kleineren Umsatz einen grösseren Anteil.
Daraus folgt eine Faustregel, die dem Bauchgefühl widerspricht: Kurzzeitvermietung lohnt sich bei kleinen Wohnungen am wenigsten, obwohl gerade dort die Nachfrage am höchsten ist.
| Grösse | Kurzzeitvermietung | Dauermiete | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Studio oder 1 Zimmer | CHF 1’570 | CHF 1’280 | +23 % |
| 3 Zimmer | CHF 2’540 | CHF 1’990 | +28 % |
| 4.5 Zimmer oder mehr | CHF 3’560 | CHF 2’660 | +34 % |
Was in keiner dieser Zahlen steht
Ein Frankenbetrag lässt sich vergleichen, eine Entscheidung nicht. Fünf Dinge wirken stärker als die 17 Prozent, und vier davon sprechen für die Dauermiete.
- Die Zulässigkeit. Eine Wohnung, die nicht kurzzeitvermietet werden darf, hat keinen Kurzzeitertrag — dann ist die ganze linke Spalte gegenstandslos. Nach dem Bundesgerichtsurteil vom 30. April 2026 ist in der Stadt Zürich entscheidend, ob in der Wohnung noch jemand wohnt. Das ist vor allem anderen zu klären.
- Das Kapital vor der ersten Buchung. Kurzzeitvermietung setzt eine vollständig eingerichtete Wohnung voraus, Textilien in dreifacher Ausführung eingeschlossen. Dieses Geld ist gebunden, bevor der erste Franken hereinkommt.
- Die Schwankung. Juli und Januar liegen in Zürich bei 56 gegen 38 Prozent Auslastung. Der Monatsdurchschnitt oben ist ein Durchschnitt; wer eine Hypothek bedient, sollte mit dem Januar rechnen.
- Der Aufwand — aber nur bei Selbstverwaltung. Allein die Gästeanfragen summieren sich auf rund 180 Stunden im Jahr. Im Vollservice entfällt das; das ist der Grund, warum die Provision in der Rechnung oben bereits abgezogen ist.
- Und für die Kurzzeitvermietung: Der Preis bleibt am Markt. In Zürich liegen Bestandsmieten rund 30 Prozent unter den Neubezugsmieten. Wer heute zu CHF 2’090 dauervermietet, hat in zehn Jahren nicht die dann marktübliche Miete — Erhöhungen sind an Referenzzinssatz und Kostenmiete gebunden. Ein Nachtpreis lässt sich jede Woche anpassen.
Ihre Zahlen statt unserer Beispiele
Der Rechner nimmt Zimmerzahl, Quartier und Ausstattung und zeigt Ihnen eine Spanne — mit dem Rechenweg daneben, nicht als eine Zahl, die Sie glauben müssen.
Ertrag einschätzenWann die Dauermiete gewinnt
Wir schreiben das hin, weil es der Rechnung entspricht und weil ein Vergleich, der immer zum eigenen Angebot führt, keiner ist.
- Im Umland. Dort liegt die Dauermiete nach unserer Rechnung 11 Prozent über der Kurzzeitvermietung — bei deutlich weniger Aufwand und ohne Zonenrisiko.
- Bei kleinen Wohnungen mit hoher Miete. Wenn die Reinigung je Aufenthalt in Bezug zum Nachtpreis gross wird, bleibt vom Vorsprung wenig.
- In Zonen mit Wohnanteilpflicht, solange die Zulässigkeit nicht geklärt ist. Ein Ertrag, der wegfallen kann, ist keine Grundlage für einen Kaufpreis.
- Wenn planbare Einnahmen wichtiger sind als der Betrag. Dieselbe Zahl in jedem Monat ist gegenüber einer Bank ein Argument, ein Jahresdurchschnitt nicht.
- Wenn das Kapital für die Einrichtung anderswo gebraucht wird.
Wie diese Zahlen entstehen
Damit Sie es nachrechnen können. Der Bruttoumsatz ist Nächtigungspreis mal belegte Nächte, die belegten Nächte sind 30.4 mal Auslastung. Dazu kommt die Reinigungsgebühr, die dem Gast verrechnet wird. Sie ist höher als die Pauschale, die wir Ihnen belasten, und zwar genau um die Plattformgebühr: Airbnb nimmt 15.5 Prozent auch von der Reinigung, also wird die Gebühr rückwärts gerechnet — Pauschale geteilt durch 0.845. Bei drei Zimmern zahlt der Gast CHF 189.35, bei uns kommen die 160 an, die Sie belastet werden. Von der Gesamtsumme zieht die Plattform 15.5 Prozent ab. Unsere Provision fällt nur auf den Übernachtungsumsatz nach Plattformgebühr an, nicht auf die Reinigung. Was bleibt, entspricht genau der reinen Übernachtungsrechnung — die Reinigung kostet Sie nichts.
Die Reinigung steht damit auf beiden Seiten der Rechnung: einmal als Einnahme vom Gast, einmal als Ausgabe an den Dienst. Wer nur die Kosten abzieht und die Gebühr vergisst, kommt auf eine Zahl, die um den ganzen Reinigungsbetrag zu tief liegt. Das ist der häufigste Fehler in Ertragsrechnungen, die uns Eigentümer zeigen.
Auf der anderen Seite steht die Neubezugsmiete der amtlichen Mietpreiserhebung, mal einem Lagefaktor aus derselben Erhebung, minus fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Kein Leerstandsabzug: Die Leerwohnungsziffer der Stadt Zürich lag am 1. Juni 2025 bei 0.10 Prozent.
Was Annahme ist und nicht Erhebung: die mittlere Aufenthaltsdauer von drei Nächten und der Reinigungssatz von CHF 95 für eine 3-Zimmer-Wohnung. Für beides kennen wir keine Zürcher Erhebung. Alles andere hat eine Quelle, und sie steht unten.
Häufige Fragen
In der Stadt ja, im Umland nach unserer Rechnung nicht. Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung im Vollservice liegt der Vorsprung in den Kreisen 3 bis 12 bei 17 Prozent, im Zentrum bei 11, am Zürichsee bei 4 und im Umland bei minus 11 Prozent. Entscheidender als die Prozentzahl ist aber, ob die Wohnung in ihrer Zone überhaupt dauerhaft kurzzeitvermietet werden darf.
Weil hier beide Seiten netto stehen. Der Branchenfaktor «zwei bis drei Mal die Dauermiete» vergleicht in der Regel den Bruttoumsatz der Kurzzeitvermietung mit der Nettomiete — vor Plattformgebühr, vor Provision, vor Reinigung. Zieht man diese drei Posten ab, bleibt in Zürich ein Vorsprung im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Für den Faktor zwei bis drei haben wir für Zürich keinen Beleg gefunden.
Nein, und der Unterschied ist gross. Ein neues Inserat erreicht die Marktauslastung nicht sofort; über das erste Jahr gerechnet liegt der Umsatz nach unserer Annahme bei rund 82 Prozent des eingespielten Betriebs. Die Dauermiete beginnt dagegen im ersten Monat mit dem vollen Betrag. Im ersten Jahr liegt die Dauermiete deshalb in allen vier Lagen vorn — in den Kreisen 3 bis 12 um 5 Prozent, im Zentrum um 9, am Zürichsee um 15 und im Umland um 27. Der Vorsprung der Kurzzeitvermietung entsteht erst ab dem zweiten Jahr, und wer diese Rechnung über nur zwölf Monate anstellt, kommt zwangsläufig zum falschen Schluss.
Die Provision von 25 Prozent entfällt, der Ertrag steigt entsprechend — und dafür kommen rund 180 Stunden im Jahr allein für Gästeanfragen dazu, plus Reinigungskoordination und Preisanpassung. Ob das ein guter Tausch ist, hängt daran, was Ihre Zeit sonst wert ist und ob Sie in der Nähe wohnen.
Ja. Der Rechner auf dieser Seite nimmt Lage, Grösse, Ausstattung und Paket und zeigt beide Wege nebeneinander, mit allen Zwischenschritten. Er rechnet mit denselben Werten wie dieser Beitrag. Wer lieber fragt: Quartier, Zimmerzahl und Fläche genügen uns für eine Ersteinschätzung.
Und für Ihr Objekt?
Quellen
Stand der Recherche: 10. August 2026. Amtliche Regelungen ändern sich — prüfen Sie den aktuellen Stand bei der zuständigen Stelle.
- AirDNA MarketMinder: Zürich — Auslastung und Nächtigungspreise
- AirROI: Zürich Market Report (Juli 2025 – Juni 2026)
- Statistik Stadt Zürich: Mietpreiserhebung April 2024 (Datensatz BAU516OD5161)
- Kanton Zürich: Wohnungsmieten (BFS-Strukturerhebung 2022–2024)
- Stadt Zürich: Bundesgericht bestätigt Regelung zu Zweitwohnungen (Juni 2026)




