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Ertrag & Kosten

Ihre Wohnung in Zürich steht leer: was jeder Monat kostet — und warum der schnellere Weg nicht der bessere ist

Ein leerer Monat kostet in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 rund CHF 1’990. Wer deshalb den schnellsten Weg wählt, trifft die Entscheidung aber am falschen Massstab.

· · 7 Min. Lesezeit

Von Victoria Pfeifer

Gründerin und CEO von alphakey. Seit über fünf Jahren in der Kurzzeitvermietung in Zürich.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein leerer Monat kostet in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 rund CHF 1’990, im Zentrum CHF 2’680.
  • Der Zeitdruck erzeugt die falsche Frage: nicht «was geht am schnellsten», sondern «was trägt über die Haltedauer».
  • Ein neues Inserat liegt im ersten Jahr bei rund 82 Prozent des späteren Niveaus — der Vorsprung schrumpft, im Umland liegen beide Wege gleichauf.
  • An der Wiedervermietung scheitert es nicht: Die Leerwohnungsziffer der Stadt lag am 1. Juni 2025 bei 0.10 Prozent.

Was ein leerer Monat kostet

Der Massstab ist nicht die entgangene Bruttomiete, sondern das, was nach Abzügen übrig geblieben wäre. Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung sind das in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 rund CHF 1’990 im Monat, im Zentrum CHF 2’680. Hypothek, Nebenkosten und Unterhalt laufen daneben weiter — sie sind in dieser Zahl nicht enthalten und kommen obendrauf.

Das ist der Druck, unter dem diese Entscheidung meistens getroffen wird, und er führt regelmässig zur falschen Frage. Sie lautet nicht «was geht am schnellsten», sondern «was ist in zwölf Monaten unter dem Strich mehr».

Was ein Monat Leerstand kostet — entgangene Dauermiete netto, 3-Zimmer-Wohnung
LageJe MonatJe Quartal
Zürich ZentrumCHF 2’680CHF 8’040
Zürich, übrige KreiseCHF 1’990CHF 5’970
ZürichseeCHF 2’080CHF 6’240
Umland von ZürichCHF 1’690CHF 5’070
Neubezugsmiete nach der Mietpreiserhebung der Stadt Zürich vom April 2024, mal Lagefaktor, abzüglich fünf Prozent Liegenschaftsverwaltung. Hypothekarzinsen, Nebenkosten und Unterhalt sind nicht abgezogen — sie laufen bei Leerstand weiter und vergrössern den Betrag.

Der Fehler, den der Zeitdruck erzeugt

Die naheliegende Rechnung lautet: Kurzzeitvermietung bringt in den Kreisen 3 bis 12 rund 54 Prozent mehr als Dauermiete, also los. Diese Zahl gilt aber für den eingespielten Betrieb — und den gibt es im ersten Jahr nicht.

Ein neues Inserat erreicht die Marktauslastung nicht sofort. Über die ersten zwölf Monate gerechnet liegt der Umsatz nach unserer Annahme bei rund 82 Prozent des späteren Niveaus. Die Dauermiete beginnt dagegen im ersten Monat mit dem vollen Betrag.

Das Ergebnis: Im ersten Jahr schrumpft der Vorsprung deutlich, in den Kreisen 3 bis 12 auf rund 30 Prozent, im Zentrum auf 21. Im Umland liegen beide Wege im ersten Jahr gleichauf. Der volle Vorsprung entsteht ab dem zweiten Jahr — wer nur über zwölf Monate rechnet, weil die Wohnung jetzt leer steht, unterschätzt die Kurzzeitvermietung.

Erstes Jahr gegen eingespielten Betrieb, 3-Zimmer-Wohnung im Monat (netto)
LageKurzzeit, 1. JahrKurzzeit, eingespieltDauermiete
Zürich ZentrumCHF 3’240CHF 3’850CHF 2’680
Zürich, übrige KreiseCHF 2’570CHF 3’060CHF 1’990
ZürichseeCHF 2’790CHF 3’310CHF 2’080
Umland von ZürichCHF 1’710CHF 2’030CHF 1’690
Vollservice zu 25 Prozent, in den ersten sechs Monaten 20 Prozent (Einführungsangebot). Die Anlaufkurve des ersten Jahres ist eine begründete Annahme und keine Messung: Belegt ist die Richtung — ein neues Inserat startet deutlich unter Marktniveau und erreicht es nach Monaten —, nicht eine Monatskurve. Wir rechnen mit rund 82 Prozent des eingespielten Betriebs über die ersten zwölf Monate und nennen das als Annahme.

Wie schnell die Wege tatsächlich Geld bringen

Beide gehen schneller, als der Zeitdruck vermuten lässt — der Unterschied liegt nicht im Start, sondern im Verlauf.

Bei der Dauermiete ist die Wiedervermietung in der Stadt Zürich nicht das Problem: Die Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 bei 0.10 Prozent, im Kanton bei 0.48 Prozent — dem tiefsten Wert seit über zwanzig Jahren. Was Zeit kostet, sind Besichtigungen, Auswahl und Vertrag, nicht die Nachfrage.

Bei der Kurzzeitvermietung liegen zwischen Zusage und erster Buchung bei einer eingerichteten Wohnung rund zwei Wochen: Begehung, Fotografie, Inserat, Preisgestaltung, Schlüssel, Reinigungsplan. Ist die Wohnung leer und muss erst eingerichtet werden, bestimmt die Lieferzeit der Möbel den Termin — und die Erstausstattung ist Geld, das vor der ersten Buchung gebunden wird.

Der Startzeitpunkt wirkt dabei stärker als die zwei Wochen Vorlauf. Wer im Frühjahr beginnt, hat Mai und Juli vor sich, während das Inserat Bewertungen sammelt. Wer im November beginnt, bestreitet die schwächsten Monate — Januar liegt in Zürich bei 38 Prozent Auslastung — mit dem schwächsten Inserat.

Ihre Zahlen statt unserer Beispiele

Der Rechner nimmt Zimmerzahl, Quartier und Ausstattung und zeigt Ihnen eine Spanne — mit dem Rechenweg daneben, nicht als eine Zahl, die Sie glauben müssen.

Ertrag einschätzen

Was daraus folgt

Drei Fälle, und in zweien davon ist die Dauermiete die ruhigere Wahl.

  • Sie halten die Wohnung länger als zwei Jahre und sie steht in der Stadt: Dann ist der Anlauf des ersten Jahres eine Anfangsinvestition wie die Möblierung, und die Rechnung geht ab dem zweiten Jahr auf.
  • Sie wollen oder müssen innerhalb von zwölf Monaten verkaufen oder selbst einziehen: Dann lohnt sich die Einrichtung oft nicht mehr — ist die Wohnung unmöbliert, ist die Dauermiete die bessere Rechnung. Ist sie bereits eingerichtet, spricht die Flexibilität für die Kurzzeitvermietung, denn ein Mietvertrag lässt sich nicht tageweise unterbrechen.
  • Die Wohnung liegt im Umland: Dann liegen beide Wege im ersten Jahr gleichauf, und auch im eingespielten Betrieb bleibt der Vorsprung mit rund 20 Prozent am kleinsten — die Dauermiete bei deutlich weniger Aufwand und ohne Zonenrisiko.
  • Und vor allem: Ist die dauerhafte Kurzzeitvermietung in Ihrer Zone überhaupt zulässig? Wenn nein, erübrigt sich die ganze Rechnung. Nach dem Bundesgerichtsurteil vom 30. April 2026 ist in der Stadt Zürich entscheidend, ob in der Wohnung noch jemand wohnt.

Häufige Fragen

Für eine gepflegte 3-Zimmer-Wohnung rund CHF 1’990 in den Zürcher Kreisen 3 bis 12 und CHF 2’680 im Zentrum — gerechnet als entgangene Dauermiete nach Abzug der Liegenschaftsverwaltung. Hypothekarzinsen, Nebenkosten und Unterhalt laufen weiter und kommen dazu; sie sind in diesen Beträgen nicht enthalten.

Beides geht schnell, und der Unterschied ist kleiner als gedacht. Bei der Kurzzeitvermietung liegen zwischen Zusage und erster Buchung rund zwei Wochen, wenn die Wohnung eingerichtet ist. Bei der Dauermiete ist die Nachfrage in Zürich kein Engpass — die Leerwohnungsziffer lag am 1. Juni 2025 bei 0.10 Prozent. Zeit kosten dort Besichtigungen, Auswahl und Vertrag. Ist die Wohnung unmöbliert, ist die Dauermiete klar schneller, weil die Einrichtung entfällt.

Wenn die Wohnung bereits eingerichtet ist, meist ja. Im ersten Jahr liegt die Kurzzeitvermietung nach unserer Rechnung in den Kreisen 3 bis 12 rund 30 Prozent vorn, im Zentrum 21, am Zürichsee 34; im Umland liegen beide gleichauf. Dazu kommt die Flexibilität: Ein Mietvertrag steht Besichtigungen und dem Verkauf im Weg, ein Gast reist nach drei Nächten ab. Muss die Wohnung erst möbliert werden, frisst die Einrichtung den Vorsprung eines einzelnen Jahres weitgehend auf.

Ohne vollständige Möblierung geht es nicht — das ist keine Ausstattungsfrage, sondern die Voraussetzung. Dieses Geld ist gebunden, bevor die erste Buchung hereinkommt, und es kommt zum Anlaufjahr hinzu. Wenn Sie ohnehin schwanken und die Wohnung leer ist, ist das der Punkt, an dem die Entscheidung fällt: Wer nicht bereit ist, vor dem ersten Franken Einnahmen zu investieren, sollte dauervermieten.

Im Frühjahr. Dann liegen der starke Mai und der Juli vor Ihnen, während das Inserat Bewertungen sammelt und aus dem Anlauf herauswächst. Ein Start im November bedeutet, die schwächsten Monate mit dem schwächsten Inserat zu bestreiten — Januar liegt in Zürich bei 38 Prozent Auslastung gegenüber 56 im Juli. Auf den Leerstand bezogen heisst das nicht, dass Sie warten sollen: Ein leerer Monat kostet mehr, als der bessere Startzeitpunkt einbringt.

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