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Wie läuft der Betrieb einer Airbnb-Wohnung im Alltag?

Der laufende Betrieb entscheidet über Bewertungen, und Bewertungen entscheiden über Preise. Diese Fragen betreffen das Tagesgeschäft — wo Zahlen aus Erhebungen vorliegen, stehen sie mit Quelle.

13 FragenStand: 30. Juli 2026nächste Prüfung bis 31. Juli 2027

Wie viel Zeit kostet Selbstverwaltung?

Allein die Beantwortung von Gästeanfragen summiert sich nach Erfahrungsberichten auf etwa 180 Stunden im Jahr — mehr als ein Monat Vollzeitarbeit. In der Hochsaison steigt der Gesamtaufwand auf 15 bis 25 Stunden im Monat, in ruhigeren Monaten liegt er bei 2 bis 3 Stunden pro Woche. Dazu kommen Reinigungskoordination, Schadensmeldungen, Beschwerden und die Pflege der Inserate. Diese Zahlen stammen aus dem deutschsprachigen Raum, nicht aus Zürich im Besonderen; als Grössenordnung taugen sie, weil der Aufwand an der Zahl der Buchungen hängt, nicht am Standort. Was sie nicht abbilden: die Erreichbarkeit. Nicht die Summe der Stunden ist das Problem, sondern ihre Verteilung — Gästeanfragen kommen abends, am Wochenende und aus anderen Zeitzonen, und eine unbeantwortete Anfrage um 23 Uhr ist eine verlorene Buchung.

Wie schnell antworten Sie auf Gästeanfragen?

Rund um die Uhr, und das ist keine Serviceformel, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Plattformen bewerten die Antwortzeit und lassen sie in die Platzierung einfliessen; wer langsam antwortet, wird schlechter angezeigt. Wichtiger noch: Gäste, die eine Wohnung suchen, schreiben meist mehrere Gastgeber an und buchen bei dem, der zuerst antwortet. Eine Anfrage, die zwölf Stunden liegt, ist in der Regel verloren — nicht weil der Gast unzufrieden wäre, sondern weil er inzwischen anderswo gebucht hat. Für Ihre eigenen Anfragen gilt eine andere Zusage: Antwort innerhalb eines Arbeitstags. Der Unterschied ist beabsichtigt. Eine Gästeanfrage um Mitternacht ist zeitkritisch, Ihre Frage zur Abrechnung nicht — und wir behaupten nicht, für beides gleich schnell zu sein.

Wer kümmert sich um die Reinigung?

Ausgeführt wird sie von Partnerunternehmen, die wir beauftragen und kontrollieren — nicht von uns selbst. Abgerechnet wird als Pauschale je Wechsel, gestaffelt nach Wohnungsgrösse: CHF 110 beim Studio, CHF 160 bei drei Zimmern, CHF 215 bei 4.5 Zimmern. Der Betrag steht vorher fest und ändert sich nicht, wenn eine Reinigung länger dauert; dieses Risiko tragen wir, und darin liegt unsere Marge. Die marktüblichen Beträge liegen bei CHF 80 bis 130 für ein Studio und CHF 160 bis 250 für drei Zimmer; abgerechnet wird meist nach Aufwand mit Stundensätzen von CHF 70 bis 90. Was dazugehört und in der Kalkulation oft fehlt: Wäsche, Nachschub bei Verbrauchsmaterial, und die Kontrolle des Zustands vor der nächsten Ankunft. Letzteres ist der Punkt, an dem sich Reinigung von Reinigung unterscheidet — ein Wechsel ohne Zustandskontrolle bedeutet, dass ein Schaden erst der nächste Gast entdeckt, und dann ist die Zuordnung nicht mehr möglich. Deshalb dokumentieren wir den Zustand bei jedem Wechsel; diese Aufzeichnung brauchen Sie, wenn Sie einen Anspruch geltend machen wollen.

Was passiert, wenn ein Gast etwas beschädigt?

Wir dokumentieren den Schaden und melden ihn über die Plattform, innerhalb der dort geltenden Fristen — sie sind kurz, und eine verspätete Meldung kann den Anspruch kosten. AirCover von Airbnb deckt Sachschäden nach seinen Bedingungen ab, bis 3 Millionen US-Dollar, dazu eine Haftpflichtdeckung bis 1 Million US-Dollar für Schäden, die Gästen entstehen. Ebenfalls erfasst sind Schäden durch Haustiere von Gästen, entgangene Einnahmen bei Stornierungen wegen eines Gästeschadens und Kosten für Tiefenreinigung. Was AirCover ausdrücklich nicht ersetzt, sagt Airbnb selbst: Gebäudeversicherung, Mieterversicherung und Haftpflichtversicherung. Es kommt zusätzlich, nicht anstelle — und Hausratversicherungen schliessen gewerbliche Nutzung regelmässig aus. Entscheidend für die Durchsetzung ist die Dokumentation: Zustand vor und nach dem Aufenthalt mit Fotos, Zeitpunkt, betroffene Gegenstände. Ohne diese Unterlagen ist ein Anspruch schwer zu belegen, weil sich nicht zeigen lässt, wann der Schaden entstand. Deshalb ist die Zustandskontrolle bei jedem Wechsel die Grundlage jeder späteren Forderung.

Prüfung bis 31. Juli 2027Airbnb: AirCover für Gastgeber

Deckt meine Hausratversicherung die Vermietung ab?

Nicht selbstverständlich, und das ist die Versicherungslücke, die den meisten nicht bewusst ist. Hausratversicherungen schliessen gewerbliche Nutzung in der Regel aus — und wer eine Wohnung planmässig an wechselnde Gäste vermietet, bewegt sich im gewerbsmässigen Bereich. Daraus folgt nicht automatisch, dass keine Deckung besteht, aber die bestehende Police deckt die neue Nutzung nicht zwingend ab. Und das merkt man im Schadensfall, nicht davor. Schweizer Versicherer sind an diesem Punkt deutlich: Der Rat lautet durchgehend, mit der Versicherung zu klären, ob ausreichender Schutz besteht. Bei Untermiete gibt es eine Feinheit: Der eigene Hausrat bleibt geschützt, sofern der Schaden nicht von der untervermietenden Person verursacht wurde. Der Hausrat, den ein Untermieter mitbringt, ist über Ihre Police normalerweise nicht gedeckt.

Prüfung bis 31. Juli 2027Baloise: Untermiete — Tipps und sinnvolle Versicherungen

Wie gehen Sie mit schlechten Bewertungen um?

Wir antworten sachlich und öffentlich, und wir behaupten nicht, dass es keine gibt. Eine einzelne schlechte Bewertung schadet weniger als eine defensive Antwort darauf: Wer sich rechtfertigt oder dem Gast widerspricht, überzeugt künftige Gäste nicht — er zeigt, wie er mit Kritik umgeht. Was wirkt: die Kritik anerkennen, benennen was geändert wurde, und es dabei belassen. Wichtiger als der Umgang mit einer schlechten Bewertung ist ihre Vermeidung, und die häufigsten Gründe sind vermeidbar: Sauberkeit, Abweichung zwischen Inserat und Wirklichkeit, unerreichbare Gastgeber. Der zweite Punkt ist der unterschätzte — ein Inserat mit Fotos von vor drei Jahren führt zu Enttäuschung bei der Ankunft, und die schlägt in die Bewertung durch, auch wenn die Wohnung objektiv in Ordnung ist.

Was passiert bei einer Doppelbuchung?

Sie ist der teuerste Fehler in diesem Geschäft, und deshalb der Grund, warum Mehrkanalvertrieb Arbeit ist. Wer auf Airbnb und Booking.com anbietet, ohne die Kalender zu synchronisieren, riskiert zwei Buchungen für dieselbe Nacht. Die Folge: Eine muss storniert werden, und eine Stornierung durch den Gastgeber wirkt sich auf die Platzierung auf der Plattform aus — teils über Monate. Bei Airbnb kommen Gebühren und ein Vermerk im Profil hinzu. Praktisch heisst das: Kalendersynchronisierung ist nicht ein Häkchen in den Einstellungen, sondern etwas, das laufend funktionieren muss, mit kurzen Aktualisierungsintervallen. Wir arbeiten deshalb mit einer zentralen Kalenderführung statt mit gegenseitiger Synchronisierung zwischen Plattformen — der Umweg über zwei Kanäle, die sich gegenseitig abfragen, ist genau die Stelle, an der Lücken entstehen.

Wie wird der Preis festgelegt?

Laufend, nicht einmalig — und das ist der Hebel, der den Ertrag am stärksten beeinflusst. Ausgangspunkt ist ein Grundpreis nach Lage, Grösse und Ausstattung. Darauf wirken: Saison, Wochentag, Vorlaufzeit der Buchung, Veranstaltungen in Zürich, und die Preise vergleichbarer Objekte in der Nachbarschaft. Ein Beispiel für die Grössenordnung: Während einer Messe in Oerlikon liegt der erzielbare Preis deutlich über dem Wochendurchschnitt — wer den Kalender nicht kennt, lässt an genau diesen Tagen Geld liegen. Umgekehrt gilt für schwach gebuchte Zeiträume: Ein Preis, der drei Wochen vor dem Datum noch keine Buchung erzeugt hat, ist zu hoch. Wer die Preise nicht anpasst, verliert nicht sichtbar — es entsteht keine Rechnung, sondern eine Buchung, die nicht kommt.

Was ist die beste Mindestaufenthaltsdauer?

Sie ist der wirkungsvollste Stellhebel, den die meisten unterschätzen — und die Antwort hängt an den Reinigungskosten. Bei CHF 80 bis 250 pro Wechsel ist eine Einzelnacht deutlich weniger rentabel als drei Nächte zum gleichen Nachtpreis: dieselbe Reinigung, dreifacher Umsatz. Zwei Nächte Minimum sind in Zürich eine übliche und meist sinnvolle Einstellung. Was für längere Mindestaufenthalte spricht: weniger Wechsel, weniger Wäsche, weniger Koordination, und eine Gästeauswahl, die sich von selbst ergibt — wer eine Woche bleibt, kommt seltener zum Feiern. Was dagegen spricht: geringere Auslastung, weil Kurzbuchungen wegfallen. Die richtige Zahl hängt an der Lage: In Oerlikon mit Messebetrieb sind kurze Aufenthalte die Nachfrage, am Zürichsee die längeren.

Was tun Sie gegen Feiern in der Wohnung?

Vorbeugen, weil nachträglich wenig zu machen ist. Drei Massnahmen, die zusammen wirken: eine Mindestaufenthaltsdauer, die Wochenendfeiern unattraktiv macht — das ist die wirksamste. Klare Hausregeln im Inserat mit Ruhezeiten und ausdrücklichem Verbot von Veranstaltungen, damit ein Verstoss belegbar ist. Und die Prüfung jeder Anfrage auf Zweck und Gästezahl im Verhältnis zur Wohnungsgrösse; eine Buchung für sechs Personen in einer Zweizimmerwohnung wird abgelehnt. Was wir nicht behaupten: dass es sich vollständig verhindern lässt. Buchungsplattformen begrenzen, wie stark ein Gastgeber auswählen darf, und wer zu viele Anfragen ablehnt, verliert an Platzierung. Kommt es dennoch zu einer Feier, dokumentieren wir und melden es der Plattform — dort greifen Regeln, die wir selbst nicht durchsetzen könnten.

Wie funktioniert die Übergabe an die Gäste?

Am besten ohne Anwesenheit, über einen Zugangscode, der je Buchung wechselt. Der Grund ist praktisch: Gäste treffen zu Zeiten ein, die sich nicht planen lassen — verspätete Flüge, andere Zeitzonen, spätabendliche Ankünfte. Wer bei jeder Ankunft vor Ort sein muss, bindet sich an die Reisepläne der Gäste. Was zur Übergabe gehört, auch ohne persönlichen Kontakt: eine Wegbeschreibung mit Bildern der Hauseingangstür, klare Angaben zum Zugangscode und wann er gültig ist, WLAN-Zugang, Bedienung von Heizung und Herd, Entsorgungsregeln. Was wir ergänzend bereitstellen: eine Nummer, die bei einem Problem tatsächlich erreichbar ist. Ein Zugangscode, der nicht funktioniert, ist die schlimmste erste Minute eines Aufenthalts — und der häufigste Anlass für eine schlechte Bewertung trotz guter Wohnung.

Kann ich sehen, wer in meiner Wohnung übernachtet?

Ja. Sie sehen Name und Aufenthaltsdaten jedes Gastes, weil beides für die Abwicklung der Buchung anfällt. Über die Plattformen kommen weitere Angaben hinzu: Profil, frühere Bewertungen, Zweck des Aufenthalts, wenn er angegeben wurde. Was Sie nicht sehen und nicht sehen dürfen: mehr als für die Abwicklung nötig ist. Die Daten unterliegen dem Datenschutzrecht, und eine Sammlung über den Zweck hinaus ist nicht zulässig. Eine Gästedatei zu Werbezwecken entsteht daraus nicht. Zur Gästemeldepflicht: Im Kanton Zürich ist die Erfassung von Übernachtungsgästen vorgeschrieben, und die Pflicht trifft Sie als Eigentümer. Welche Meldung für Ihr Objekt gilt und über welchen Weg sie erfolgt, klären Sie mit Ihrer Gemeinde. Wir stellen Ihnen die Belegungsdaten bereit, die Sie dafür brauchen — die Meldung selbst nehmen wir nicht vor.

Prüfung bis 31. Juli 2027Bundesamt für Wohnungswesen: Pflicht zur Meldung von Gästen

Wer haftet bei Schäden — Eigentümer, Verwaltung oder Airbnb?

Gegenüber Dritten haftet der Eigentümer, denn er ist Gastgeber und Werkeigentümer. Das ändert sich durch eine Verwaltung nicht: Wir handeln in Ihrem Namen auf Ihrem Konto. Was sich unterscheidet, ist die Reihenfolge der Deckung. Für Schäden, die ein Gast an Ihrer Einrichtung anrichtet, greift zuerst die Kaution beziehungsweise der Schadensersatzantrag über Airbnb, danach AirCover für Gastgeber. Für Schäden, die von der Wohnung ausgehen — ein Wasserschaden beim Nachbarn — greift Ihre Gebäude- oder Privathaftpflichtversicherung, und genau dort liegt die häufigste Lücke: Viele Policen decken die gewerbliche Vermietung nicht ohne Meldung ab. Für Fehler in unserer Arbeit haften wir. Diese Abgrenzung gehört in den Vertrag, und die Deckung ist mit Ihrer Versicherung vor der ersten Buchung zu klären.

Eine Frage zum Betrieb?

Wir antworten aus der Praxis, schriftlich, innerhalb eines Arbeitstags.

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