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Direktbuchungen: Was 15 bis 20 Prozent Plattformgebühr wirklich kosten — und ab wann sich ein eigener Kanal rechnet

Die Gebühr zu sparen klingt einfach. Was dafür an Arbeit, Zahlungsabwicklung und Risiko dazukommt, wird meist unterschätzt.

25. Juli 2026 · 8 Min. Lesezeit

Die Rechnung, die zuerst gemacht wird

Airbnb stellt in der Schweiz am 13. Oktober 2026 auf das Host-Only-Modell um: 15,5 Prozent auf das Buchungs-Subtotal, statt bisher etwa 3 Prozent vom Gastgeber und 14 bis 16,5 Prozent vom Gast. Booking.com liegt typischerweise bei etwa 20 Prozent. Bei 40 000 Franken Jahresumsatz sind das rund 6200 Franken bei Airbnb. Diese Zahl ist der Grund, warum praktisch jeder Gastgeber irgendwann über Direktbuchungen nachdenkt.

Was die Rechnung unterschlägt: Die Plattform liefert nicht nur Sichtbarkeit. Sie liefert Zahlungsabwicklung, Identitätsprüfung, Kautionsmanagement, Stornoregeln, Streitbeilegung und — der teuerste Posten — Nachfrage.

Wer direkt vermietet, übernimmt das alles selbst. Zahlungsabwicklung heisst ein Anbieter mit Gebühren, die nicht null sind. Identitätsprüfung heisst ein eigener Prozess. Nachfrage heisst Marketing.

Ab wann es sich rechnet

Der Punkt, an dem Direktbuchungen sinnvoll werden, hängt nicht am Umsatz, sondern an der Zahl der Wiederkehrer. Ein eigener Kanal lebt von Gästen, die schon einmal da waren, oder von Empfehlungen — nicht von Fremden, die eine unbekannte Website finden.

Deshalb ist die sinnvolle Reihenfolge nicht «Plattform oder direkt», sondern: erst über die Plattform Gäste gewinnen und Bewertungen aufbauen, dann Wiederkehrer direkt binden. Ein Objekt ohne Bewertungshistorie hat auf einem eigenen Kanal nichts, womit es Vertrauen herstellen könnte.

Bei Geschäftsreisenden und Monatsgästen ist der Hebel am grössten: Sie kommen wieder, buchen länger, und bei ihnen fällt die Gebühr auf einen grossen Betrag an. Bei Touristen, die einmal zwei Nächte bleiben, lohnt der Aufwand meist nicht.

Zwei Dinge, bei denen Vorsicht angebracht ist

Erstens: Gäste über die Plattform anzuschreiben, um sie zum Direktbuchen zu bewegen, verstösst gegen die Nutzungsbedingungen der Plattformen und kann zur Sperrung führen. Das Konto, das die Nachfrage bringt, aufs Spiel zu setzen, um eine Gebühr zu sparen, ist eine schlechte Wette.

Zweitens: Bei Direktbuchungen greift kein AirCover. Der Schutz ist an die Plattform gebunden. Wer direkt vermietet, braucht eine eigene Lösung für Kaution und Schäden — und die kostet, was sie kostet.

Der ehrliche Vergleich lautet deshalb nicht «15 Prozent gegen null», sondern «15 Prozent gegen Zahlungsgebühren plus eigene Absicherung plus die eigene Arbeitszeit». Häufig bleibt ein Vorteil, aber ein kleinerer als erwartet.

Häufige Fragen

Ab dem 13. Oktober 2026 gilt in der Schweiz das Host-Only-Modell mit 15,5 Prozent auf das Buchungs-Subtotal — bisher waren es etwa 3 Prozent vom Gastgeber und 14 bis 16,5 Prozent vom Gast. Booking.com liegt bei etwa 20 Prozent. Bei 40 000 Franken Jahresumsatz sind das rund 6200 Franken. Dafür erhalten Sie nicht nur Sichtbarkeit, sondern Zahlungsabwicklung, Identitätsprüfung, Stornoregeln, Streitbeilegung und — der wertvollste Posten — Nachfrage. Der ehrliche Vergleich mit Direktbuchungen lautet deshalb nicht «15,5 Prozent gegen null», sondern «15,5 Prozent gegen Zahlungsgebühren plus eigene Absicherung plus eigene Arbeitszeit».

Es hängt nicht am Umsatz, sondern an der Zahl der Wiederkehrer. Ein eigener Kanal lebt von Gästen, die schon einmal da waren, oder von Empfehlungen — nicht von Fremden, die eine unbekannte Website finden. Die sinnvolle Reihenfolge ist deshalb: erst über die Plattform Gäste gewinnen und Bewertungen aufbauen, dann Wiederkehrer direkt binden. Am grössten ist der Hebel bei Geschäftsreisenden und Monatsgästen, weil sie wiederkommen, länger buchen und die Gebühr bei ihnen auf einen grossen Betrag anfällt. Bei Touristen mit zwei Nächten lohnt der Aufwand selten.

Über die Plattform nicht. Gäste dort anzuschreiben, um sie zum Direktbuchen zu bewegen, verstösst gegen die Nutzungsbedingungen und kann zur Sperrung des Kontos führen. Das Konto, das Ihre Nachfrage bringt, für eine gesparte Gebühr aufs Spiel zu setzen, ist eine schlechte Wette. Was zulässig ist: Nach dem Aufenthalt haben Sie die Kontaktdaten des Gastes rechtmässig erhalten und dürfen ihn im Rahmen des Datenschutzrechts ansprechen. Beachten Sie dabei, dass bei Direktbuchungen kein AirCover greift — Sie brauchen eine eigene Lösung für Kaution und Schäden.

Quellen

Stand der Recherche: 25. Juli 2026. Amtliche Regelungen ändern sich — prüfen Sie den aktuellen Stand bei der zuständigen Stelle.